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20.03.2002 / Ausland / Seite 0

Trostlose Aussichten

Seit zehn Jahren protestieren ehemalige koreanische Sexsklavinnen in Seoul. Kein Thema bei Staatsbesuch

Rainer Werning

Es gleicht einem traurigen, mitunter bizarren Ritual. Seit dem 8. Januar 1992 demonstrieren alte koreanische Frauen im Zentrum der südkoreanischen Metropole Seoul vor dem Gebäude der japanischen Botschaft gegen vergangenes Leid und andauernde Demütigung. Und das Mittwoch für Mittwoch zur Mittagszeit. Am vergangenen Mittwoch war es das 500. Mal, daß sich die Frauen auf Plastikstühle vor dem Botschaftsgebäude des östlichen Nachbarn hockten und Transparente mit den Aufschriften wie »Enthüllt die Wahrheit« oder »Löst das Problem der Comfort Women« entrollten. Traurig ist diese Inszenierung, weil die Gruppe der Demonstrantinnen stets kleiner und ihnen widerfahrenes Unrecht größer wird. Bizarr wirkt das ungewöhnliche Mittwoch-Sit-In, wenn mal wieder die Zahl der aufgebotenen Sicherheitskräfte die der Protestierenden bei weitem übersteigt. Offensichtlich befürchten die Polizisten, daß sich radikale Studenten der Frauendemonstration anschließen. Trostlose Aussich...

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