Der Schwarze Kanal: »Sender Jerewan««
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27.07.2015 / Feuilleton / Seite 10

Der kleine Unterschied

Was trennt den Aufarbeiter vom Historiker?

Matthias Krauß

Es ist eigentümlich, welche Symbolkraft Kleinigkeiten gewinnen können. Im Standard-Duden der DDR gab es das Stichwort »Aufarbeitung« nicht, er führte auch nicht das Verb »aufarbeiten«. In Gebrauch war dieses Wort seinerzeit dennoch, etwa, wenn es darum ging, ein altes Möbelstück aufzuarbeiten, ihm gewissermaßen alten Glanz zurückzugeben. Man kann es also mit einiger Berechtigung als einen Fremdkörper betrachten, was unter dem Begriff »Aufarbeitung« nach 1990 in Ostdeutschland implantiert worden ist. Die Konjunktur dieses Vorgangs hält ungebrochen bis heute an. Es ist schwierig, einen vergleichbare Vorgang in anderen Ländern zu finden, wie es auch schwierig ist, das Wort »Aufarbeitung« in andere Sprachen zu übersetzen. Umso merkwürdiger, dass daraus eine Selbstverständlichkeit geworden ist, die nicht hinterfragt werden muss. Denn gerade was scheinbar jeder Beweisführung enthoben ist, sollte immer wieder und sehr genau hinterfragt werden. Zumal, wenn das in...

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