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27.06.2015 / Geschichte / Seite 15

Vergehen wird Verbrechen

Am 28. Juni 1935 verschärften die Faschisten den Paragraphen 175

Markus Bernhardt

Schwule Männer waren in nahezu allen politischen Systemen Deutschlands mannigfaltiger Unterdrückung und Diskriminierung ausgesetzt. Ihre Verfolgung reicht bis in das Mittelalter zurück. Die rechtliche Grundlage der Verfolgung von Staats wegen bildete der Paragraph 175 des Reichsstrafgesetzbuchs, der am 1. Januar 1872, nach der Gründung des Deutschen Reichs, in Kraft trat. Auch in der Weimarer Republik standen sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe, wenngleich die Verfolgung von Schwulen zu dieser Zeit nachgelassen hatte. Während sich linke Parteien wie KPD, SPD und die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) mehrheitlich gegen die Verfolgung von schwulen Männern positionierten, machte vor allem die NSDAP gegen Homosexuelle mobil.

Nach der Machtübertragung an die Faschisten Ende Januar 1933 nahmen Razzien und Angriffe auf Treffpunkte von Schwulen massiv zu. Im Mai plünderten und verwüsteten Studenten der »Hochschule für Leibesübungen« ...

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