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20.08.2011 / Inland / Seite 2

»Gravierender Eingriff in die Gesundheit«

Dreiklassenmedizin: In Thüringen werden Zähne von Asylbewerbern überdurchschnittlich oft gezogen. Ein Gespräch mit Ellen Könneker

Ralf Wurzbacher
Ellen Könneker ist Mitarbeiterin beim Flüchtlingsrat Thüringen

Aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Thomas Hartung geht hervor, daß Asylbewerbern in Thüringen überdurchschnittlich oft Zähne gezogen werden, statt diese zu erhalten. Entspricht dies auch Ihren Erfahrungen?

Wir wissen seit Jahren von dieser Praxis. Schon im Jahr 2003 hatten wir uns an die Landeszahnärztekammer und die Thüringer Kassenzahnärztliche Vereinigung gewandt und auf die massiven Probleme bei der Versorgung von Flüchtlingen hingewiesen. Beide Stellen haben damals abgewiegelt und das Vorgehen mit den vermeintlichen gesetzlichen Grundlagen gerechtfertigt.

Sie meinen, die Rechtslage erlaubt keine Handhabe dafür?

Es gibt weder eine rechtliche noch eine ethische Legitimation dafür. Es ist zwar leider so, daß das Asylbewerberleistungsgesetz die medizinische Versorgung – verglichen mit der für einen gesetzlich Versicherten – einschränkt...

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