25.08.2010 / Feuilleton / Seite 12

Das System hat keine Eier

Minimalismus und Monotonie als Powermove und Antiwitz: HGich.T gibt es jetzt auf CD

Christof Meueler
Jesus sprach zu seinen Jüngern, wenn du keine Gabel hast, friß mit den Fingern. So in etwa sind die Scherze der Künstlergruppe HGich.T aus dem Hamburger Umland. Heißa Provinz, hoppla Fäkalsprache: »Mama, ich muß AA, kommst du mal rüber?« oder »Die Wurst muß auch mal raus« oder »Mein Bein ist wie Petting am Stampfen, äh Bumsen – Powermove!« singen sie auf monotonste norddeutsche Weise. Dazu wird derart minimalistisch an den Geräten gerüttelt, daß Dilettantismus, Blödsinn und Hauruck-Lyrik zu teilweise hypnotischen Hits aufgezwiebelt werden. Die pumpende Bass-Drum sagt dem Hörer: ja, ja, das ist ein Lied, das kannst du mitsingen, das ist keine entfremdete Comedy aus der geschlossenen Humoranstalt des Privatfernsehens!

Lieder wie »Tripmeister Eder« oder »Tutenchamun« waren auf Youtube große Erfolge: Puristisch laienhafte Videos mit wie nebenher skizzierter Musik und weggetretenem Gesang, und das alles möglichst noch in besonders langer Fassung. Man mu...

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