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12.07.2010 / Feuilleton / Seite 13

Eine gewisse Weitherzigkeit

Zum Tod von Fritz Teufel

Bommi Baumann
Fritz Teufel lernte ich kennen, als er 1967 aus dem Knast kam. Der erste Satz, den ich von ihm hörte, war: »Du hast hier in meiner Kommune gewohnt«. Das war nicht nur Humor, sondern eine gewisse Weitherzigkeit. Er war nicht so verklemmt und verstiegen wie der Rest der Kommune 1, in die ich mittlerweile eingezogen war.

Man hatte Fritz am 2. Juni 1967, als Benno Ohnesorg erschossen wurde, verhaftet. Er wurde als »Rädelsführer« der Demonstranten gegen den Schah-Besuch festgenommen, obwohl er nur murrend auf dem Boden gesessen hatte – wie soll man da Steine werfen? Das war typisch: Karl-Heinz Kurras, der Ohnesorg auf dem Gewissen hatte, wurde im November freigesprochen, aber Fritz Teufel saß bis kurz vor Weihnachten im Gefängnis.

Als er einfuhr, war ich sozusagen sein Ersatzmann bei der K1. Da lebten dann Rainer Langhans, Dieter Kunzelmann, Antje Krüger und ich. In dem Sommer machten wir Aktionen wie »Treibt Moabit den Teufel aus«, stürmten Theatervor...



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