12.01.2000 / Thema / Seite 0

Der Krieg auf dem Klo

Hinter Putin ist der Kreml, doch auch der würde eine Niederlage nicht überleben

Boris Kagarlitzky, Moskau

Putin wird in die Geschichte mit seinem Versprechen eingehen, »die Terroristen im Klo kaltzumachen«. Die vulgäre Wortwahl und propagandistische Hysterie zu Beginn des Krieges haben ihm den Einzug in den Kreml ermöglicht. Doch keine Regierung vermag es, nur mit Hilfe der Propaganda zu überleben. Und solange diese das wichtigste Anliegen der Macht ist, werden die anderen Aufgaben garantiert liegenbleiben.

Der Krieg bedient die Propaganda. Das ist eine neue Art von Public Relations, die nicht mehr mit Dollars aus Kartons, sondern mit Soldatenblut bezahlt wird. Den Auftraggebern erscheint das als einträglicher und preiswerter. Sie vergessen allerdings, daß eine Armee mit PR-Kampagnen schlecht kompatibel ist. Wenn man versucht, Propaganda-Aufgaben mit Kriegsmitteln zu lösen, dann heißt es, daß man die militärischen Ziele nicht erreichen wird. Krieg ist auch kein Mittel, innenpolitische Fragen anzugehen. Die Auslösung von Kampfhandlungen im innenpolitischen ...

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