06.11.1999 / Inland / Seite 0

Sanierung auf Belegschaftsknochen

Nähmaschinenhersteller Pfaff setzt ein Drittel seiner Arbeiter vor die Tür, der Rest muß länger arbeiten

Martin Höxtermann

Dienstag morgen: 9 Uhr. Zu früher Stunde füllt sich der Speisesaal der Pfaff-Zentrale in Kaiserslautern: 460 Arbeiter und Arbeiterinnen tröpfeln grüppchenweise in die Kantine. Ihre Zukunft ist ungewiß. Erst am Wochenende hatten sie »blaue Briefe« erhalten, in denen ihnen ihre Beurlaubung mitgeteilt wurde. Tags zuvor hatte ihnen der Insolvenzverwalter des finanziell angeschlagenen Nähmaschinenkonzerns, Robert Wieschemann, auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung den Sanierungsplan vorgestellt, auf den er sich nach langen, zähen Verhandlungen mit dem Betriebsrat geeinigt hatte: Ein gutes Drittel der ehemals 1 470 Beschäftigten muß gehen, der Rest muß künftig 39 statt 35 Stunden pro Woche in die Fabrik. »Weniger Leute müssen mehr arbeiten als bisher, damit es mit Pfaff in Zukunft wieder aufwärts geht«, kündigte Wieschemann an.

Am 6. September hatte Deutschlands größter Nähmaschinenhersteller wegen akuter Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren beant...

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