19.12.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Offenbarungseid der USA

Schlaraffenland? Geld gibt’s kostenlos – für Banken. Doch mit Senkung des Leitzinses auf Null-Niveau tappt Washington in klassische Liquiditätsfalle

Rainer Rupp
Die Zinssenkung der US-Notenbank Fed am Donnerstag auf null Prozent ist ein Offenbarungseid. Die Fed ist mit ihrem Latein am Ende und tappt geradewegs in die vom britischen Ökonomen Sir Maynard Keynes in den 30er Jahren beschriebene Liquiditätsfalle. Das heißt, selbst wenn die Zinsen gegen Null gehen, will niemand Geld leihen oder investieren, weil das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft fehlt. Daher, so der Klassiker Keynes, könne nur der Staat mit massiven Investitionen, z. B. in die Infrastruktur, die Wirtschaft aus der Depression steuern. Wofür er sich entsprechend verschulden muß. Die bisherige Politik der scheidenden Bush-Administration zielte vornehmlich darauf, mit unterschiedlichen Hilfspakten ihr nahestehende Freunde in den Chefetagen der US-Finanzbranche zu retten. Diese Leute beschenken sich weiter mit fetten Bonuszahlungen, die US-Wirtschaft stürzt indes ab.

Derzeit bricht das Schuldengebäude des US-Finanzsektors wie ein Kartenhaus zusam...

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