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08.11.2008 / Thema / Seite 10

Neue Stufe des Terrors

Die deutschen »Reichsbürger« und der antijüdische Pogrom des 9. November 1938

Kurt Pätzold
Keine Selbstdarstellung war nach dem Ende des Naziregimes unter Deutschen häufiger anzutreffen als die des Unwissenden. Namentlich vom Mord an den europäischen Juden und den verbrecherischen Geschehnissen, die dem im Vorkrieg in Deutschland vorausgingen, wollten die meisten »Reichsbürger« – die Bezeichnung hatten sie zur Unterscheidung von den deutschen Juden 1935 offiziell erhalten – nichts gewußt und nichts bemerkt haben. Die Behauptung wurde bis zur Lächerlichkeit strapaziert. So beispielsweise noch Jahrzehnte nach den Ereignissen von dem Kanzler der Bundesrepublik Helmut Schmidt (SPD), der sich am Tage des Pogroms 1938 als Soldat in einer Kieler Kaserne befunden hatte. Ihm die Versicherung seiner Unkenntnis der Geschehnisse abzunehmen, dazu gehörte ein Übermaß an Glaubensfähigkeit ...

Wer lesen konnte, entnahm seiner Regionalzeitung am 11. November 1938, so beispielsweise die Württemberger dem Stuttgarter Neuen Tageblatt, das eine durchsichtige Mischu...

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