21.10.2008 / Thema / Seite 10

Mehr Klarheit

Neues zum Justizmord an Ethel und Julius Rosenberg: Die US-Regierung legt die Vernehmungsprotokolle aus den Vorermittlungen der Grand Jury aus den 50er Jahren offen

Jürgen Heiser

Am 19. Juni 1953 wird das Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg im Zuchthaus Sing-Sing am Rande der Kleinstadt Ossining, New York, auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Es ist die Zeit des Koreakrieges und der beginnenden Blockkonfrontation im Kalten Krieg. Verurteilt worden waren sie am 5. April 1951 wegen »Verschwörung zur Spionage für die Sowjetunion«. Sie wurden beschuldigt, das »Geheimnis der Atombombe« an das sozialistische Land weitergegeben zu haben.

Einen Justizfall wie diesen hatte es in der US-Geschichte noch nie zuvor gegeben, weil noch nie jemand wegen Spionage zum Tode verurteilt wurde, geschweige denn wegen »Verschwörung zur Spionage«, einem allgemein gehaltenen Vorwurf, der es erlaubt, Angeklagte nur auf der Basis von Aussagen und ohne konkreten Tatnachweis zu verurteilen.

Robert Meeropol, der heute 71jährige jüngere Sohn der Rosenbergs, der wie sein Bruder Michael den Namen seiner Adoptiveltern trägt, schreibt in seiner Autobiographie: »A...

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