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03.04.2008 / Thema / Seite 10

Verluste sozialisieren

Modellcharakter für den Umgang mit der Finanzkrise: Wenn Liquiditätshilfen und Stützungskredite nicht nützen, übernimmt der Staat die Bankenschulden

Manfred Szameitat
Einige Tage vor Ostern meldete sich Josef Ackermann zu Wort. Der Schweizer Chef der Deutschen Bank plädierte für das Eingreifen des Staates in der aktuellen Finanzkrise. Die Banken allein würden aus dieser Krise nicht mehr herausfinden. Die deutsche Öffentlichkeit reagierte überrascht. Ackermann wurde dafür getadelt, daß er Staatshilfe eingefordert und damit eingeräumt hatte, daß freier Markt und freier Kapitalverkehr allein keine Lösung mehr sind.

Das Versagen der Banken und des freien Marktes so offen zuzugeben, ist für den Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Bank in der Tat verblüffend. Noch merkwürdiger allerdings ist es, daß er fordert, was längst Realität ist. Seit die internationale Finanzkrise im August vorigen Jahres offen ausgebrochen ist, haben Staatsorgane in den betreffenden Ländern eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um gegen die Krise vorzugehen, ihre Symptome zu lindern oder schließlich lädierte Banken vor der akuten Pleite zu...

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