17.03.2016 / Feuilleton / Seite 11

Duner geht’s nicht

Heinz Strunk kriegt heute den Preis der Buchmesse (wenn die Kritikerjury bei Trost sein sollte)

Robert Best

Heinz Strunk hat ja ein Händchen für ultimative Ironie, das beweist schon sein Künstlername. Auf Bücher und CDs mit Titeln wie »Fleisch ist mein Gemüse«, »Sie nannten ihn Dreirad« oder »Die Zunge Europas« folgt nun »Der goldene Handschuh«, Strunks Opus magnum, wie der Autor selbst meint, ein Kiezroman. Sein Held ist Fritz Honka nachgebildet, der im Hamburg der 70er zum Frauenmörder wurde. Und Stammgast war in Strunks heutiger Lieblingskneipe »Zum Goldenen Handschuh«.

Hingebungsvoll zeichnet Strunk einen stinkenden Dunst mit Menschen drin, ein Panoptikum der Fertigen, unterteilt in Kreise der Trunkhölle. Wer nach »Sturzsuff« oder »Vernichtungstrinken« dun ist, gesellt sich zu den »Schimmligen« im Hinterzimmer. Bei der Musiktruhe sitzen die »Säberalmas«. »Die heißen so, weil sie ihren Speichelfluss nicht mehr unter Kontrolle haben.« Hinterm Tresen steht »Anus«. Es gibt Gäste, deren Doppelnamen einen gewissen Rang anzeigen: »Fanta-Rolf« oder »Soldaten-Norbert...

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