12.02.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Von der Ostsee zur Adria

Polen will Regionalmacht werden – mit Unterstützung aus London und Washington

Reinhard Lauterbach, Nekielka

Als der neue polnische Außenminister Witold Waszczykowski neulich im Sejm seine erste Regierungserklärung vortrug und ankündigte, nicht mehr Berlin, sondern London solle künftig Polens Wunschpartner in der EU sein, zogen selbst seiner Partei wohlgesonnene Kommentatoren die Augenbrauen hoch. Warum will der Mann in die Beziehung zu einem Land investieren, das gerade auf dem besten Weg ist, die EU zu verlassen, und das überdies in seiner Geschichte nur eine außenpolitische Konstante besitzt, nämlich eine Politik wechselnder Allianzen? Dafür, dass Warschau die britische Karte spielt, sind weniger historische Sentimentalitäten maßgeblich. Die werden zwar nach außen beschworen, so etwa der gemeinsame Kampf gegen Nazideutschland. Obwohl, bei Licht betrachtet, die Briten die Polen gerne dort ins Feuer schickten, wo hohe Verluste drohten, etwa bei Monte Cassino in Italien 1944. Vielmehr ist die Vorstellung, die sich der britische Premier David Cameron von der EU m...

Artikel-Länge: 3660 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe