02.02.2016 / Titel / Seite 1

Kolonialmacht angeklagt

Gbagbo-Prozess: Schwere Vorwürfe gegen Frankreich. Waffen für Putschisten, Präsident gewaltsam gestürzt

Gerd Schumann

Frankreich habe die Rekolonisierung der westafrikanischen Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) »mit Gewalt« betrieben. Die ehemalige Kolonialmacht und ihr Statthalter, der jetzige Präsident Alassane Ouattara, seien die Urheber des Krieges, der zwischen Dezember 2010 und April 2011 etwa 3.000 Opfer forderte. Ouattara habe mit Hilfe der französischen Fremdenlegionäre der »Opération Licorne« (Operation Einhorn) den früheren Präsidenten Laurent Gbagbo gestürzt. Die Millionenmetropole Abidjan sei dabei in eine »Kriegszone« verwandelt worden. Das erklärte am Montag vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag im Prozess gegen Gbagbo dessen Verteidiger Emmanuel Altit.

Im ersten Prozess überhaupt, den der ICC gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt führt, werden Gbagbo und sein Jugendminister Charles Blé Goudé von der Chefanklägerin Fatou Bensouda beschuldigt, nach den Stichwahlen zur Präsidentschaft am 28. November 2010 Verbrechen gegen die Menschlichkei...

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