01.02.2016 / Titel / Seite 1

Langsames Massaker

Türkei: Seit zehn Tagen warten Eingeschlossene in Cizre auf Hilfe. Militär verweigert Zugang. Mindestens sieben Tote

Kevin Hoffmann, Istanbul

Seit dem 22. Januar harrt eine Gruppe von zwei Dutzend Menschen im mehrheitlich von Kurden bewohnten Cizre im Südosten der Türkei in einem Keller aus. Die Gruppe war dorthin geflüchtet, als sie von türkischen Soldaten beschossen wurde (jW berichtete). Mittlerweile sind mindestens sieben Menschen ihren Verletzungen erlegen, die sie bei den Angriffen von Polizei und Militär erlitten hatten. Zuletzt starb am Samstag die 16jährige Sultan Irmak, nachdem es erneut zu einem Beschuss des Hauses durch Panzer und Artillerie der türkischen Armee gekommen war. Dabei wurde zudem der einzige Zugang zu dem Keller verschüttet, wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete.

Das letzte Lebenszeichen der Eingeschlossenen und Verletzten gab es am Samstag. »Wir werden beschossen, Bomben wurden hier rein geworfen. Sie werden uns töten. Helft uns«, waren die letzten Worte, die man einer Presseerklärung der Demokratischen Partei der Völker (HDP) zufolge von den Verletzten v...

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