28.01.2016 / Feuilleton / Seite 10

Feuer unterm Hintern

Gut abgehangen, aber brandaktuell: Die erste Ausgabe der Literaturzeitschrift Feuerstuhl

Thomas Wagner

Was lange währt, wird endlich gut. Manchmal muss ein Gemeinplatz herhalten, um ein sträfliches Vergehen zu entschuldigen. Was ist geschehen? Vor einiger Zeit erhielt der Literaturredakteur die erste Nummer einer neu gegründeten Zeitschrift zugeschickt. Ihr Name: Feuerstuhl. Es handelt sich um ein literarisches Kleinod. Trotzdem ist die Absicht, eine kleine Besprechung zu schreiben, im täglichen redaktionellen Wahnsinn untergegangen. Das Versäumte soll hiermit nachgeholt werden.

Wer sich gerne auf literarische Schatzsuche begibt, wird in der von Egon Günther zusammengestellt Startnummer des im engagierten Peter Engstler Verlag erschienenen Bandes fündig werden. So geht der Name der Zeitschrift auf B. Travens Schilderung eines antiautoritären indianischen Brauchs aus Mexiko in seinem Roman »Regierung« zurück. Wird ein neu gewählter Oberhäuptling mehrerer Stämme in sein Amt eingeführt, stellt man einen Topf mit glühenden Holzkohlen unter dessen unbekleidetes ...

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