27.01.2016 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Einheitsgewerkschaft

Daniel Behruzi

Schafft die Einheit!« An diesen Ausruf des hessischen Gewerkschafters und Antifaschisten Wilhelm Leuschner kurz vor seiner Hinrichtung in Berlin-Plötzensee im September 1944 wird stets erinnert, wenn es um die Einheitsgewerkschaft geht. Auch andere, wie der Stuttgarter IG-Metaller Willi Bleicher, hatten immer dazu aufgefordert, die Einheit »wie einen Augapfel« zu hüten. Das Prinzip der Einheitsgewerkschaft war einerseits eine Schlussfolgerung aus den Erfahrungen mit dem deutschen Faschismus. Die Machtübertragung an die Nazis wurde vor allem auch wegen der Spaltung der Arbeiterbewegung möglich. Andererseits war aber der Verweis auf das Einheitsprinzip in der bundesrepublikanischen Geschichte oft auch ein Mittel, Kritiker der sozialdemokratischen Mehrheitslinie als Spalter zu diffamieren.

Der Begriff Einheitsgewerkschaft meint zweierlei: Zum einen die Organisierung der Beschäftigten nicht in Berufsorganisationen, sondern entlang von Branchengrenzen (»Ind...

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