27.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

Quälendes Lebensgefühl

Karriere eines Romans: »Ein Tag mit ... Frank Witzel« in Berlin

Dr. Seltsam

Am Sonntag startete bei den Berliner Festspielen eine hochkarätige Literaturreihe: »Ein Tag mit …«, in diesem Fall mit Frank Witzel. Mitveranstaltet von der Zeit-Stiftung. Tatsächlich kümmerte sich das intellektuelle Modepublikum (Braune Cordhose zu Tweedjackett und gepflegtem Bart) an die sechs Stunden lang liebevoll um den überraschenden Gewinner des Buchpreises 2015. Als sein 800-Seiten-Roman »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« vor einem Jahr erschien, schrieb ich im Feuilleton dieser Zeitung eine der ersten begeisterten Rezensionen und versprach dem Band eine Jahrhundertwirkung. Man musste aber als Jugendlicher selbst Sympathisant der RAF gewesen sein oder sonst irgendwie links und ein Hasser des Kapitalismus, um zu verstehen, wie die RAF das Unbewusste einer ganzen Generation – Witzel ist Jahrgang 1955 – fürs Leben geprägt hat.

Kein Wunder, dass die im bürgerlichen Literaturbetrieb arriv...

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