27.01.2016 / Ausland / Seite 7

Moldaus Maidan

Vereinigte Opposition in Chisinau fordert vorgezogene Neuwahlen. Proeuropäische Regierung sucht Kreditgeber

Reinhard Lauterbach

In der Republik Moldau halten die regierungsfeindlichen Proteste an. Am Sonntag versammelten sich in der Hauptstadt Chisinau mehrere zehntausend Anhänger der Opposition und erneuerten ihre Forderungen nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Pavel Filip, und seiner letzte Woche bei Nacht und Nebel vereidigten Regierung. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 20.000, die Veranstalter sprachen von 100.000 Demonstranten. Ein Detail am Rande war, dass eine parallel geplante Demonstration von Anhängern der sich »proeuropäisch« nennenden Regierungsparteien kurzfristig wieder abgesagt wurde. Die Polizei teilte mit, das sei geschehen, um Zusammenstöße zu vermeiden. Moldauische Medien meldeten dagegen, dass die Organisatoren der Unterstützungsdemonstration sich gefürchtet hätten, ihre Teilnehmer könnten im Verlauf der Veranstaltung zur Opposition überlaufen. Die russische Prawda brachte eine dritte Version: es sei der Staatsmacht schlicht unmöglich gewesen, ...

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