28.12.2015 / Feuilleton / Seite 10

Aber ein bisschen half es doch

Eine Weihnachtsreise nach Havanna in noch unglobalisierten Zeiten (Teil 2 und Schluss)

Wiglaf Droste

Nachdem ich Havanna vom Balkon aus betrachtet hatte, wollte ich es erkunden. Ich duschte mir den langen Flug vom Körper und aus dem Kopf, zog frische Sachen an, zum Schluss mein ziemlich feines schwarzes Samtcordjackett, ordnete meine verwuschelten Locken und machte mich auf den Weg, schlenderte durch die Altstadt, bestaunte alte Häuser und alte Amischlitten aus den 40er und 50er Jahren, die mit tiefem Bassgeräusch durch die Straßen zockelten, erreichte die Promenade und promenierte also am Meer entlang. Das Klima war für deutsche Verhältnisse frühlingshaft lind, die Kubaner, weit mehr Hitze gewohnt, hatten sich wärmer angezogen als ich, sie froren, während ich die laue Luft genoss.

So sehr Kubaner in Deutschland Exoten waren – man kannte in der Bundesrepublik außer Fidel Castro gerade noch die Namen von erfolgreichen Sportlern wie Teófilo Stevenson und Alberto Juantorena –, so sehr war ich 1985 ein Exot für viele Kubaner. Während ich fasziniert sowjetisch...

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