02.06.2015 / Inland / Seite 4

Jugendämter außer Kontrolle

Machtmissbrauch und Korruption: Suspendierter Behördenchef in Gelsenkirchen bereicherte sich offenbar. Willkür gegenüber einem Vater in Bonn

Jana Frielinghaus

Das Fehlen jeglicher Dienstaufsicht für die deutschen Jugendämter treibt dunkle Blüten. Willkürliche Inobhutnahmen von Kindern, jahrelange Be- und Verhinderung des Kontaktes von Eltern zu ihrem Nachwuchs, die »Versorgung« privater Heimbetreiber und Jugendhilfeakteure mit Mündeln und Pflegekindern, ohne dass deren Tätigkeit auch nur ansatzweise kontrolliert wird – die Medienberichte über solche Vorfälle häufen sich. Meist spielt Geld eine große Rolle. Mindestens 50.000 Euro werden für ein in einem Heim oder einer Pflegefamilie untergebrachtes Kind jährlich ausgegeben, ein Großteil davon geht an private Gesellschaften, wie die im Februar erstmals ausgestrahlte ARD-Dokumentation »Mit Kindern Kasse machen« belegte.

Derzeit macht der Fall des ehemaligen Jugendamtsleiters von Gelsenkirchen, Alfons Wissmann, Schlagzeilen. Wie der WDR am Montag informierte, hat er offenbar finanziell von Reitfreizeiten profitiert, die die Stadt seit 1997 im ungarischen Orfü durch...

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