10.09.2014 / Inland / Seite 4

Letzter Ausweg Freitod

Anschläge auf Unterkünfte, ein Selbstmord und ein Suizidversuch überschatten das Leben von Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt

Susan Bonath
Sie sind auf der Suche nach Frieden und besseren Lebensbedingungen. Doch den meisten Asylbewerbern, oft traumatisiert durch Krieg, Verfolgung, Armut und Flucht, droht in Deutschland die Abschiebung. Das und desaströse Wohnbedingungen, behördliche Gängelei und rassistische Attacken lassen viele Betroffene verzweifeln. In Sachsen-Anhalt sahen jetzt erneut zwei Menschen ihren letzten Ausweg im Freitod.

In Annaberg bei Wittenberg hatte am Samstag eine 29jährige Sudanesin versucht, sich und zwei ihrer Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren zu vergiften. Daß sie noch am Leben sind, haben sie dem Familienvater zu verdanken. Wie die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau gegenüber der Presse bekanntgab, »konnte durch sein schnelles Reagieren sehr schnell medizinische Hilfe geleistet werden«. Den Kindern gehe es gut, aber die Frau werde auf der Intensivstation behandelt, ihr Zustand sei kritisch. Das Motiv der Mutter entnahm die Staatsanwaltschaft einem Abschiedsbr...

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