09.09.2014 / Thema / Seite 10

Pax Germanica

Geschichte. Am 9. September 1914 gab der Reichskanzler die Kriegsziele des Kaiserreichs zu Papier. Sie enthielten das Projekt einer europäischen »Friedensordnung« unter deutscher Vorherrschaft. Das entsprach vor allem den Interessen der chemischen und Ele

Daniel Bratanovic
Es war der 9. September 1914. An der Marne stand es für die kaiserlichen Truppen inzwischen schlecht (siehe jw-Thema vom 5.9.2014). Eine englisch-französische Gegenoffensive hatte den Vormarsch der Deutschen gestoppt und sie zum taktischen Rückzug gezwungen. Der Dämpfer, der für den weiteren Verlauf des imperialistischen Krieges zum Auslöser für das endgültige Scheitern des Schlieffen-Plans werden sollte, trübte derweil keineswegs die Siegesgewißheit derer, die das große Rad drehten.

An diesem Tag erging ein Schreiben des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg zu Händen seines Stellvertreters Clemens Delbrück. »Eurer Exzellenz übersende ich in der Anlage eine vorläufige Aufzeichnung über die Richtlinien unserer Politik beim Friedensschluß«. Zwar sei der Krieg, der erst wenige Wochen zuvor entfesselt worden war, noch nicht entschieden, und es habe den Anschein, als werde der Gegner »Widerstand à outrance«, also bis zum äußerten, üben, an...

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