24.06.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Nicht der deutsche Weg

Frankreichs Eisenbahner treten wegen Privatisierung auf die Bremse. Landesweite Streiks nach zehn Tagen ausgesetzt

Katrin Küfer
Wenn die französische Nationalversammlung am heutigen Dienstag ein Gesetz zur »Bahnreform« debattiert und verabschiedet, lehnt eine Mehrheit der Eisenbahner das Projekt nach wie vor ab. Sichtbarer Ausdruck dieser Distanz war ein zehntägiger landesweiter Streik bei der Eisenbahn Société Nationale des Chemins de fer Français (SNCF), der Mitte Juni begann und am Wochenende in den Streikzentren überwiegend beendet wurde.

Die »Reform« des Eisenbahnwesens soll nach Angaben ihrer Urheber die Netzbetreibergesellschaft Réseau ferré de France (RFF) nach bundesdeutschem Deutsche-Bahn-Modell wieder unter dem Dach der noch in Staatsbesitz befindlichen Konzernholding SNCF ansiedeln. RFF war 1997 unter einer »rot-rot-grünen«-Regierung durch Ausgliederung gebildet worden. Nun soll die künftige SNCF-Gruppe, die in die Bereiche SNCF (Konzernholding), SNCF Mobilité (Transportgesellschaften) und SNCF Réseau (Netz) unterteilt wird, vollständig für den »Wettbewerb« geöffnet w...

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