24.05.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Nix los in Monterey

Schieferölblase ausgeblubbert: US-Energieagentur senkt Prognose beim bislang als größtes Vorkommen bezeichneten Feld in Kalifornien um 96 Prozent

Rainer Rupp
Mittwoch war nicht nur ein schwarzer Tag für Kalifornien, sondern für die USA insgesamt. Den strategischen Träumen vom übermächtigen Öl-und Gasförderer folgte ein weiteres böses Erwachen. Die Vereinigten Staaten sind von der zuletzt oft beschworenen Energieunabhängigkeit offenbar ebensoweit entfernt, wie von der Wiederauferstehung boomender Industrielandschaften. Dabei hatte man zuletzt sogar den Westeuropäern versprochen, sie mit Gas und Öl versorgen zu können. Keine Abhängigkeit von den Russen mehr, so die Botschaft. Doch nun hat die US-Energieinformationsagentur (EIA) eine schlechte Nachricht für alle Uncle-Sam-Versteher: Die Einschätzung der Reserven im Monterey-Schieferölfeld wurden drastisch nach unten revidiert. Bis Mitte der Woche noch galt als gesichert, daß dieses Feld knapp zwei Drittel der technisch förderbaren US-Ölreserven enthielte.

Stolz hatten US-Medien Monterey in den vergangenen Jahren gefeiert. 2,8 Millionen neue Arbeitsplätze und 24,...

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