12.02.2014 / Ausland / Seite 2

»Für viele von ihnen ist es lebensgefährlich«

Spanische Enklaven in Nordafrika: Polizei zwingt Flüchtlinge, nach Marokko zurückzuschwimmen. Gespräch mit José Palazón

Carmela Negrete
José Palazón Osma ist Vorsitzender der spanischen Vereinigung für die Rechte der Kinder (PRODEIN), die 2007 von der deutschen Flüchtlingshilfeorganisation Pro Asyl mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet wurde

Ihre Vereinigung für die Rechte der Kinder (­PRODEIN) hat jetzt ein Video ins Internet gestellt, das unmenschliche Praktiken der spanischen Polizei an der Grenze zu Marokko zeigt. Was sagen die Gesetze dazu?

Wenn Bootsflüchtlinge in Strandnähe sind, haben die Behörden die Pflicht, sie an Land zu holen. Das geschieht auch hin und wieder, aber leider zu selten. Statt dessen wird das Boot meistens aus den spanischen Hoheitsgewässern hinaus eskortiert und im internationalen Seeraum einem marokkanischen Patrouillenboot übergeben. Das ist illegal.

Das Gesetz schreibt vor, daß diese Flüchtlinge in Obhut der Guardia Civil – der Polizei also – bleiben müssen, die dann formell die weiteren Schritte einleitet. Auf jeden Fall ist es unzulässig, s...


Artikel-Länge: 4702 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe