07.10.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Töten gelernt

Bundeswehr schließt mit Ministerbeteiligung den Afghanistan-Stützpunkt Kundus. Medien singen das Lied vom »Heldentod«

Knut Mellenthin
Zwei Regierungsmitglieder waren am Sonntag nach Afghanistan geflogen, um der Schließung des Bundeswehrstützpunkts in Kundus offiziellen Glanz zu verleihen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) übergaben Vertretern der afghanischen Streitkräfte und der Polizei symbolisch zwei Holzschlüssel. De Maizière erläuterte in seiner Ansprache, wozu der Kriegseinsatz am Hindukusch gut gewesen sein soll: »Kundus, das ist für uns der Ort, an dem die Bundeswehr zum ersten Mal gekämpft hat, lernen mußte zu kämpfen. Das war eine Zäsur – nicht nur für die Bundeswehr, sondern auch für die deutsche Gesellschaft.«

Genau davor hatten Gegner der deutschen Beteiligung an der NATO-Intervention von Anfang an gewarnt. Möglich gemacht hatte diesen Bruch mit allen Lehren aus dem von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg die von Gerhard Schröder (SPD) und Joseph Fischer (Grüne) repräsentierte Koali­tion, die B...

Artikel-Länge: 4358 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe