24.07.2013 / Antifa / Seite 15

Ein unbekanntes Neonaziopfer

Der Arbeitslose Hans-Georg Jacobsen wurde vor 20 Jahren von Neofaschisten ermordet

Martin Gerichow
Vor 20 Jahren starb Hans-­Georg Jacobsen im brandenburgischen Petershagen nach einem rechten Überfall. Die Erinnerung daran ist weitestgehend verblaßt, wohl auch, weil der Mord öffentlich nicht als Tat von Neonazis wahrgenommen wird.

Am 28. Juli 1993 fährt Hans-Georg Jacobsen mit der S-Bahn zurück nach Ostberlin, wo er zu dieser Zeit wohnt. Als der Zug gegen 23 Uhr in Strausberg hält, steigt eine Gruppe Neonazis hinzu: René Berger (20), Henry Günther (19) und Thomas Domke (18). Die drei Auszubildenden kommen von einem Trinkgelage in einem Strausberger Lokal und wollen zurück ins Lehrlingswohnheim Neuenhagen. Auf dem Weg zum Bahnhof hatten sie bereits den Entschluß gefaßt »jemanden aufzuklatschen«, um sich Geld zu beschaffen. Jacobsen, der während der Fahrt eingenickt ist, bemerkt die Gruppe nicht, und so finden die drei den 35jährigen Arbeitslosen schlafend vor. Außer ihnen ist niemand weiter im Abteil. Die Neonazibande fällt über Jacobsen her, prügelt u...

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