10.01.2013 / Inland / Seite 8

»Vertuschen wird ganz groß geschrieben«

Aufarbeitung sexueller Mißbrauchsfälle wurde dem katholischen Klerus zu heiß: Forschungsprojekt eingestellt. Ein Gespräch mit Norbert Denef

Ralf Wurzbacher
Norbert Denef ist Vorsitzender des Vereins NetzwerkB, einer unabhängigen Interessenvertretung für Betroffene sexualisierter Gewalt

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) bei der Aufarbeitung sexuellen Mißbrauchs in der katholischen Kirche beendet. Was wissen Sie über die Hintergründe?

Die Kirche soll sich zum Beispiel die Kontrolle über die Personalentscheidungen beim KFN offengehalten haben; auch der Abschlußbericht sollte nicht unzensiert an die Öffentlichkeit kommen können. Man kann es dem Institutsleiter Christian Pfeiffer aber nicht anlasten, wenn er auf Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit beharrt. Genau so wurde das Projekt der Öffentlichkeit ja vorgestellt. In unseren Augen verdient dieser Mann Respekt.

Sie meinen also, der Kirche ist an einer lückenlosen Aufklärung nicht gelegen. Wozu wurde das Projekt dann überhaupt angestoßen?

Man wollte zeigen, daß die katholisch...

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