17.12.2012 / Feuilleton / Seite 13

Einblick ins Leben

Stefan und Juwelia: Mehr als nur ein Buch und eine Ausstellung

Matthias Reichelt
Rigoros haben wir uns analog den binären Systemen an ein Entweder-Oder, ein Schwarz oder Weiß, Plus oder Minus, Positiv oder Negativ gewöhnt. Manche rebellieren mit ihren Körpern dagegen, mit Genderspiel und mit Kleidung. Juwelia, alias Stefan Stricker, 1963 im hessischen Korbach geboren, ist so eine Person, die das enge Korsett der binären Geschlechterordnung sprengt und sich sehr produktiv in einem Dazwischen ansiedelt.

Weil eigentlich gar nichts anderes in Frage kam, als ihre existentielle Identität des Changierens, das sich von Situation zu Situation minütlich neu artikulieren kann, zum Beruf zu machen, verwirklichte sich Juwelia im Oktober 2006 ihren großen Traum von der eigenen Bühne in dem mittlerweile hippen Kreuzkölln. Hier kann Juwelia so sein, wie sie ist. Und das ist eben nicht das »übliche« Travestietheater mit der gespielten anderen Identität – um nach der Bühne wieder in ein offiziell bürgerliches Leben einzutauchen. Bei ...

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