22.10.2012 / Ansichten / Seite 8

Falscher Zorn

Attentat versetzt Libanon in Unruhe

Werner Pirker
Bombenanschläge in Damaskus und Beirut. Während die Detonation in der syrischen Hauptstadt vom medialen Mainstream als Zeichen heroischen Widerstandes gegen das Assad-Regime gewürdigt wird, hat der Anschlag in Beirut als ruchlose Tat des syrischen Regimes gegen seine Gegner im Libanon zu gelten. Entsprechend groß war die Vorfreude auf »Libanons Tag des Zorns gegen Assad« (Spiegel online).

Der bei der Explosion zu Tode gekommene Chef der Aufklärungsabteilung der libanesischen Polizei, Wissam Al-Hassan, war ein Gegner Syriens, womit die syrische Urheberschaft des Mordanschlages auch schon so gut wie bewiesen scheint. Die naheliegende Frage, ob die von allen Seiten bedrängte Regierung in Damaskus wirklich nichts Besseres zu tun hat, als den syrischen Konflikt auf den Libanon auszuweiten, soll erst gar nicht gestellt werden. Ein Tag des Zorns gegen Assad ist angesagt – und Zorn auf sein Regime, das sich dem westlichen Machtdiktat nicht bedi...

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