11.10.2012 / Inland / Seite 4

»Kein eklatanter Fehler«

NSU: Bayerischer Verfassungsschützer bricht Lanze für seine Mitarbeiter. Schelte für Thüringer Kollegen

Claudia Wangerin, München
Bei Morden wie dem an Enver Simsek, sagt Gerhard Forster, »taucht bei uns eigentlich immer die Frage auf, ob das unsere Klientel sein könnte«. Forster leitete von 1994 bis 2001 das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz. Am Dienstag wurde er als erster Zeuge im Untersuchungsausschuß des Landtags zur Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) vernommen. Nach dem Mord an dem Blumenhändler im September 2000 in Nürnberg hätten die V-Mann-Führer ihre Quellen in der rechten Szene befragt, ob sie etwas darüber gehört hätten, versichert Forster. Auch nachdem die drei Jenaer Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe 1998 untergetaucht sind, seien die bayerischen V-Leute befragt worden. Immer wieder sagt er: »Wir haben keine Informationen gehabt, keinen Hinweis bekommen.« Er kann sich allerdings nicht erinnern, ob die V-Mann-Führer auch nach dem zweiten oder dritten Mord dieser Serie nachfragten, der bis 2006 insgesamt neun Männer mit Migrationshintergrund zum Op...

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