11.10.2012 / Titel / Seite 1

Landesverrat in Athen

Arnold Schölzel
Für deutsche Oppositionelle im Ausland erließen Politiker der etablierten Parteien am Mittwoch eine Art Demonstrationsverbot. Am Dienstag hatte Linke-Vorsitzender Bernd Riexinger an einer Protestkundgebung in Athen anläßlich des Besuches von Bundeskanzlerin Angela Merkel teilgenommen. Einige Medien, vor allem aber führende Politiker aus CDU/CSU und FDP, eröffneten darüber eine bizarre Debatte. Im Vokabular der Bismarck-Zeit war in den Stuttgarter Nachrichten mit Bezug auf Riexingers Besuch in Athen von »vaterlandslosen Gesellen« zu lesen. Analog rügte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt am Mittwoch in der Passauer Neuen Presse: »Es ist beispiellos und empörend, wie der Vorsitzende einer im Bundestag vertretenen Partei die antideutschen Proteste in Athen als Bühne nutzt, um Politik gegen die Interessen des eigenen Landes zu machen.« Deutschland sei solidarisch mit Griechenland, wenn auch nicht bedingungslos. »Diese Solidarität tritt Herr Riexinger mit Füßen.« Im Stil der Verlaut...

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