22.09.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Supermarkt für Killer

Verhaltener Jubel: EADS und BAE Systems wollen zusammengehen. Es soll der größte Rüstungskonzern der Welt entstehen

Stephan Müller
Der Jubel über die angekündigte Fusion von EADS und BAE Systems zum weltgrößten Rüstungskonzern ist verhalten. Normale Menschen mögen keine Waffenhändler, das ist klar. Aber auch Börsen, Banken, Regierungen und deren Übersetzer in den Medien reagieren nicht gerade euphorisch.

Der gleiche Thomas »Tom« Enders, der jetzt Chef des neuen Konzerngiganten werden möchte, hatte schon 1999 versucht, den Deal hinzubekommen und war gescheitert. Damals agierte der Manager als Leiter der Konzernentwicklung (»Corporate Development«) von Daimlers Rüstungstochter DASA – und mußte die Gespräche mit der British Aerospace, also dem Vorgänger von BAE, ergebnislos abbrechen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD; »Enttabuisierung des Militärischen«) durfte dann im Jahr 2000 die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) für Daimler aus der Taufe heben, in der die DASA, die französische Rüstungsfirma Aérospatiale Matra und die spanische CASA aufgingen...

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