18.07.2012 / Inland / Seite 5

Harte Bandagen

Schwere Vorwürfe gegen Edeka-Tochter Netto. Discounter soll vier Filialen geschlossen haben, um Vertrauensleute loszuwerden

Johannes Schulten
Wie weit gehen Unternehmen, um sich aufmüpfiger Mitarbeiter zu entledigen? In Göttingen hat der Handelsdiscounter Netto in den letzten Wochen vier seiner sieben Filialen geschlossen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vermutet dahinter einen Angriff auf ihre Organisationsbemühungen. »Bei Netto in Göttingen wurden im letzten Jahr eine Reihe gewerkschaftlicher Vertrauensleute gewählt. Genau diese Filialen wurden geschlossen«, sagt Gewerkschaftssekretärin Katharina Wesenick gegenüber jW. Das Unternehmen bestreitet auf Anfrage die Vorwürfe und verweist auf »fehlende wirtschaftliche Rentabilität« der Geschäfte.

Seit Anfang vergangenen Jahres bemüht sich ver.di verstärkt, die Belegschaft der Edeka-Tochter in Göttingen zu organisieren. Nötig wurde das, weil beim Discounter in »großem Maßstab tarifliche und gesetzliche Standards unterlaufen wurden«, so Wesenick. Die Liste der mutmaßlichen Verstöße ist lang. Beschäftigte berichten über Willkür, Arbeitsdruck, ...

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