26.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Hinter verregneten Fenstern

Die ökonomische Krise als Fernsehserie: »Mildred Pierce« auf DVD

Benjamin Moldenhauer
Die Weltwirtschaftskrise wird mehr und mehr zum Kinothema. Gestandene Männer kämpfen in »Kill the Boss« (USA 2011) und »The Company Men« (USA 2010) um ihre Jobs und ihr Selbstwertgefühl, »Der große Crash« (USA 2011) erzählt von den korrupten Machenschaften in einer Investmentfirma, und Oliver Stone hat 2010 ein Sequel von »Wall Street« gedreht. Wirklich überzeugend ist es nicht, was das Hollywood-Kino über die Krise zu berichten weiß. Der Zwang, wirtschaftliches Scheitern letzen Endes als ein indviduelles Charakterproblem zu fassen, das auf dem Weg zum meist doch weitgehend versöhnlichen Ende hin überwunden werden kann, läuft im Ergebnis auf eine recht umfassende Wahrnehmungsverweigerung hinaus. Wenn man sich die jüngsten Versuche Hollywoods, von Ökonomie und Arbeit zu erzählen, vor Augen führt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die ideologiekritisch gestimmte Filmkritik der siebziger und achtziger Jahre in vielem doch recht hatte. Am Ende l...

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