19.01.2012 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Abgründe der Anthropologie

Deutscher Kolonialismus in den Museumsdepots. Ein neuer Sammelband

Gerd Bedszent
Anthropologie ist in der Übersetzung aus dem Altgriechischen die »Wissenschaft vom Menschen«. Ein neuer Sammelband beschäftigt sich mit den Abgründen dieser Fachrichtung. Anthropologische Ausstellungen in völkerkundlichen und naturwissenschaftlichen Museen hatten bis Mitte des 20. Jahrhunderts häufig einen deutlich rassistischen Hintergrund. Geraubte, durch ungleichen Handel angeeignete oder unter Zwang erzeugte Exponate wurden zusammengestellt. Fachleute sprechen in solchen Fällen gern von »sensiblen Sammlungen«. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich ein Unrechtsbewußtsein herausgebildet; vereinzelt es gab Rückgaben von menschlichen Überresten und Gegenständen religiöser Bedeutung.

Die drei Autorinnen des neuen Bandes – eine Humanbiologin, eine Afrikanistin und eine Kulturwissenschaftlerin – benennen nach gründlicher Forschung zahlreiche Ausstellungsstücke, die in den hintersten Winkeln der Museumsdepots versteckt lagen und liegen.

Finst...



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