28.09.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Einen statt ausgrenzen

Die DDR-Geschichte kann nur im Kontext mit der bundesdeutschen Geschichte bewertet werden. Nicht im Vergleich oder gar im Gleichsetzen mit dem verbrecherischen Naziregime

Egon Krenz
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) hat in einer Rede zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August die Politik der DDR »verbrecherisch« genannt. Der ehemalige SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzende der DDR, Egon Krenz, wandte sich daraufhin in einem Brief an das Staatsoberhaupt der BRD, den jW an dieser Stelle dokumentiert. Eine Antwort steht bis heute aus.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, nachdem Ihr Vorgänger im Amt 2009 wahrheitswidrig behauptete, die DDR-Führung habe im Oktober 1989 in Leipzig Panzer auffahren lassen und Schießbefehl erteilt, nennen Sie in Ihrer Rede zum 13. August die Politik der DDR »verbrecherisch«. Daß Sie als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik der ostdeutschen Bevölkerung bescheinigen möchten, in einem Verbrecherstaat gelebt zu haben, mag Ihnen aus manchen Richtungen Beifall bringen. Ob Sie auf diese Art die noch unvollendete innere deutsche Einheit voranbringen, wage ich zu bezweifeln. Mich beunruhigt, daß in...

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