06.07.2011 / Thema / Seite 10

Zweierlei Aufarbeitung

Hintergrund. Die aktuelle Debatte um die Novellierung des »Stasi-Unterlagen-Gesetzes« – mit einem Rückblick auf das Jahr 1951

Hans Daniel
Nach vierjährigem Bürgerkrieg eroberte die Ruandische Patriotische Front (RPF) 1994 die Macht in dem ostafrikanischen Staat zurück. Zunächst wurde eine Übergangsregierung eingesetzt, die die »Aussöhnung der Volksgruppen« und den »moralischen Wiederaufbau zur dringlichsten Aufgabe« erklärte. Dabei berief sich die Führung der RPF »auf das ›deutsche Modell‹«. Dem Kommentator der Süddeutschen Zeitung (14. Juni 2011) war das Anlaß zu der Frage: »Sollte die Einzigartigkeit eines Menschheitsverbrechens die Täternation etwa gleichsam zu einem Vorbild für dessen Aufarbeitung qualifizieren?« Zwar zeigte sich das Blatt bei der Antwort darauf wohlweislich eher skeptisch. »Dennoch«, so dann weiter, »fällt Deutschland bei der gesellschaftlichen und juristischen Bewältigung von Diktaturen und Völkermorden auf Grund seiner eigenen Geschichte eine besondere Rolle und Verantwortung zu.« Zur Begründung dieses hehren Anspruchs heißt es: »Wer Beispiele der konkr...

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