01.07.2011 / Inland / Seite 2

»Die Abschiebung konnte jederzeit stattfinden«

Pfarrgemeinde in Coburg bewahrt irakische Familie durch Kirchenasyl vor der Ausweisung. Ein Gespräch mit Hans-Karl Kaufner

Gitta Düperthal
Hans-Karl Kaufner ist Mitglied der Kirchenverwaltung der katholischen Pfarrgemeinde St. Augustin in Coburg und hat den Helferkreis für das Kirchenasyl koordiniert

Die Coburger Kirchengemeinde St. Augustin hat die Abschiebung der irakischen Familie Ghareb verhindert. Wie kam es zu dem Kirchenasyl?

Wir haben die Entscheidung an einem sehr dramatischen Samstag, am 9. April, getroffen. Eigentlich hatten wir uns länger vorbereiten wollen, um die Familie gut unterzubringen. Aber dann hieß es: Jetzt muß es schnell gehen. Ein Anrufer teilte mir mit, die Abschiebung könne jederzeit stattfinden. Wir hatten damit gerechnet, der Familie über einen längeren Zeitraum Asyl zu gewähren. Glücklicherweise dauerte es dann nur zwei Monate, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Bescheid gab, die Gharebs nicht nach Schweden zu überstellen, von wo aus sie in den Irak abgeschoben worden wären.

Warum über Schweden?

Die Familie war 2006 dorthin geflüchtet, um...

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