18.04.2011 / Inland / Seite 2

»Tatsächlich suchen fast zehn Millionen Arbeit«

Nirgendwo wird so mit Zahlen jongliert wie bei der Arbeitslosenstatistik. Bankenkrise längst nicht ausgestanden. Ein Gespräch mit Herbert Schui

Mirko Knoche
Prof. Herbert Schui lehrte Volkswirtschaft an der früheren Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat Ende vergangener Woche die Wachstumsprognose für die BRD-Wirtschaft von 2,3 Prozent auf 2,6 Prozent im Jahr 2011 angehoben. Auch Forschungsinstitute nennen ähnliche Zahlen. Wie realistisch ist das?

Die Erhöhung liegt in einem statistisch unbedeutenden Bereich. Sie ist aber nicht unwahrscheinlich. Besonders die Aufträge für Investitionsgüter sind auf ein hohes Niveau geklettert. Zwar liegen die Auslandsbestellungen vorne, doch die inländischen Aufträge folgen in dichtem Abstand. Hierzulande wird also wieder mehr investiert.

Worauf ist das zurückzuführen?

Nach wie vor sind die Exporte ausschlaggebend. Die sind laut Daten der Bundesbank im Jahr 2010 im Vergleich zu 2009 um rund 20 Prozent gestiegen. Daran haben die Importe der Volksrepublik China einen gewissen Anteil, die größten Abnehmer kommen aus der EU.

Wirtschaftsminister Brüderle geht in der Prognose seines Hauses davon aus, daß sich das Wachstum 2012 auf 1,8 Prozent abschwächen wird. Das hat man von 2011 allerdings auch behauptet, und die Verlangsamung ist deutlich geringer ausgefallen als erwartet. Wie sehen Sie das?

Wir müssen tatsachlich davon ausgehen,...

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