17.01.2011 / Thema / Seite 10

Tod eines Hoffnungsträgers

Vor 50 Jahren wurde der vielleicht radikalste und aufrichtigste Kämpfer für die Befreiung Afrikas von kolonialer Fremdherrschaft, Patrice Lumumba, im Auftrag Brüssels und Washingtons ermordet

Alexander Bahar
Patrice Lumumba wurde am 2. Juli 1925 unter dem Namen Tasumbu Tawosa in der südlichen Diamantenprovinz Kasai als Sohn eines Bauern geboren. Die schlimmsten Auswüchse der belgischen Fremdherrschaft waren inzwischen längst Geschichte. Unter dem Terrorregime König Leopold II., der den Kongo zu seinem Privatbesitz gemacht und das riesige rohstoffreiche Gebiet ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet hatte, war die Bevölkerungszahl des Kongo zwischen 1891 bis 1911 infolge von Gewalt, Zwangsarbeit und Hunger von über 20 auf 8,5 Millionen Menschen gefallen. Immer noch ist der Kongo eine Goldgrube für die Belgier, das wichtigste Exportgut ist nun nicht mehr Elfenbein oder Kautschuk, sondern Kupfer – gefördert in der mit Abstand ressourcenreichsten Provinz Katanga durch die belgische Bergbaugesellschaft »Union Minière«. Der kleine Tasumbu Tawosa geht zunächst den Weg aller »Évolués«, wie man die hauchdünne Schicht der kongolesischen, europäisch geprägten Inte...

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