18.12.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Als Spitzel enttarnt

Das LKA Baden-Württemberg forscht mit Geheimdienstmethoden die linke Szene in Heidelberg aus. Grüne und Rote Hilfe verlangen Aufklärung von Innenminister Rech

Claudia Wangerin
Über verdeckte Ermittlungen reden wir grundsätzlich nicht«, sagt LKA-Pressesprecher Horst Haug. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg will weder bestätigen noch dementieren, was »Simon Brenner« schon vor einer Woche zugegeben hat: Als verdeckter Ermittler hatte er im Frühjahr 2010 begonnen, sich in verschiedenen linken Studentengruppen in Heidelberg zu engagieren, wo er in den Fächern Soziologie und Ethnologie an der Universität eingeschrieben war. Womöglich unter falschem Namen.

Sein Einsatz sei »von langer Hand geplant«, sein Zielgebiet »insbesondere der Bereich Antifa« gewesen. Er habe dafür eine Sonderschulung absolviert, sagte der LKA-Spitzel, als ihn eine der betroffenen Gruppen nach seiner Enttarnung durch eine Urlaubsbekanntschaft am 12. Dezember zur Rede stellte. In regelmäßigen Dienstbesprechungen sowohl mit dem Heidelberger Staatsschutz als auch mit dem LKA habe er Namen und Informationen über Personen aus der linken Szene weitergegeben. Ein...

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