02.12.2010 / Ausland / Seite 2

»Boykott ist Schritt in richtige Richtung«

Israel braucht ein starkes Signal gegen seine Besatzungspolitik. EU sollte politischen Wandel fordern. Ein Gespräch mit Ilan Pappe

Rolf-Henning Hintze
Ilan Pappe ist israelischer Historiker und Professor an der Universität Exeter in Großbritannien

Mit dem Ausbau der illegalen Siedlungen auf palästinensischem Boden provoziert Israel nicht nur die USA, sondern auch Europa. Sehen Sie unter diesen Umständen noch Chancen für eine Zweistaatenlösung?

Nein, ich glaube nicht, daß es da Lösungsmöglichkeiten gibt. Ich denke aber auch nicht, daß es nur um die Siedlungen geht, die Israel in der Westbank errichtet. Das Problem besteht meines Erachtens nicht darin, ob Israel baut oder nicht baut, sondern darin, daß es auf israelischer Seite keinen ernsthaften Friedenswillen gibt. Tatsächlich paßt es den Israelis ganz gut, wenn die Frage des Friedens darauf reduziert wird, ob der Siedlungsbau für drei, neun oder elf Monate gestoppt werden soll. Auf diesem Wege kommen wir nicht weiter, das führt zu Frustration, und die endet oft mit Gewalt.

Und welchen Weg sehen Sie?

Ich denke, die gesamte Sichtweise des arabisch-israel...

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