23.02.2010 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Kosten der Marktmacht

Buchhandelskette Wohlthat ersetzt regulär Beschäftigte durch Minijobber, bedroht Streikende und verweigert Tarifverhandlungen. »Neuausrichtung« des Mutterkonzerns DBH

Jörn Boewe
Der Tarifkonflikt bei der Wohlthat’schen Buchhandlung spitzt sich zu. In der vergangenen Woche legte ver.di erneut eine Filiale in Berlin-Mitte lahm. Seit Dezember bestreikt die Gewerkschaft im Zwei-Wochen-Rhythmus abwechselnd immer wieder verschiedene der insgesamt 18 Niederlassungen der Discount-Buchhandelskette im Raum Berlin/Potsdam, mit dem Ziel, einen Tarifabschluß zu erzwingen. Ende Januar hatte das Unternehmen die Verhandlungen einseitig für beendet erklärt und den Beschäftigten – unter Umgehung der Tarifkommission – eine Gehaltserhöhung von zwei Prozent angeboten. Die Gewerkschaft reagierte umgehend mit erneuten Arbeitsniederlegungen in der ersten und dritten Februarwoche, weitere Aktionen sind geplant.

Der Konflikt dauert schon fast ein halbes Jahr an. Anfang September hatte die Wohlthat in Berlin und Potsdam einem Viertel der Beschäftigten gekündigt, um sie in der Folge größtenteils durch Minijobber auf 400-Euro-B...

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