14.04.2009 / Feuilleton / Seite 12

Psst, Händel ist böse!

Der Chor ruft zu den Waffen und ändert sein Los. Zum 250. Todestag von Georg Friedrich Händel

Olaf Brühl
Die erste klassische Musik, die 1888 von einem Fonografen aufgezeichnet wurde, war Georg Friedrich Händels »Israel in Ägypten«. Heute hören sich die Chöre aus diesem Oratorium an, als kämen sie aus dem Jenseits. Händels »Hit«, das »Hallelujah«, ist eines der meistgespielten Musikstücke aller Zeiten. Vor 250 Jahren, am 14. April 1759, starb der Komponist 74jährig in London. Er wurde in Westminster Abbey beigesetzt.

Kein Genie der Musikgeschichte außer Mozart dürfte so jung so virtuos gewesen sein. Es geht ein Sturm über das Publikum hin, wenn Händels Vertonung des biblischen »Dixit Dominus« mit jagenden Streicherläufen und Chorakkorden losfegt. Die Besetzung ist fünfstimmig, nur Streicherbegleitung und Orgel. Mit wenigen Mitteln viel erreichen, in dieser hohen Kunst präsentiert sich Händel gleich zu Beginn als Meister, nicht zuletzt in schier atemberaubenden Fugen. Der junge Komponist macht aus Sakralmusik etwas, in dem Dramen ausgefochten werden. Seine u...

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