27.01.2009 / Inland / Seite 2

»Ich fasse es nicht, was sich der Papst leistet«

Kurz vor dem Auschwitz-Gedenktag wurde ein Holocaust-Leugner wieder in die Kirche aufgenommen. Ein Gespräch mit Uta Ranke-Heinemann

Peter Wolter
Uta Ranke-Heinemann, Tochter des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, wurde 1970 als erste Frau Professorin für katholische Theologie. 1987 verlor sie das Lehramt und wurde wegen ihrer »beharrlichen Zweifel« an der Jungfrauengeburt exkommuniziert

Wenige Tage vor dem heutigen Gedenktag an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 64 Jahren hat der deutsche Papst Benedikt XVI. den vor Jahren exkommunizierten britischen Bischof und Holocaustleugner Richard Williamson wieder in die katholische Kirche aufgenommen. Muß man das als politisches Signal verstehen?

Politisch oder nicht, es ist einfach unerträglich und für alle Deutschen eine beschämende Tatsache, daß sich ausgerechnet ein deutscher Papst so etwas erlaubt. Damit bagatellisiert er den Antisemitismus.

Könnte man ihm zugute halten, daß er politisch unsensibel ist?

Der größte Irrtum in meinem Leben ist der Papst. Ich habe vor über 50 Jahren mit Josef Ratzinger studiert, und ich kann es nicht me...

Artikel-Länge: 3937 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe