12.08.2008 / Feuilleton / Seite 12

Nomadische Biographie

Zum Tod des palästinensischen Lyrikers und Journalisten Mahmud Darwisch

Karin Leukefeld
Als sich 2004 die Frankfurter Buchmesse dem Thema »Arabische Welt« widmete, stellte man für Mahmud Darwisch nur ein kleines Zelt bereit, in dem er lesen konnte. Schon Stunden vor Beginn der Lesungen bildeten sich lange Schlangen vor dem Eingang, und jedes Mal gab es viele Enttäuschte, die keinen Platz mehr fanden. »In Deutschland versteht man die Bedeutung dieses Dichters nicht«, stellte ein Zuhörer fest. Die wenigen Bücher mit seinen Gedichten wurden in kleinen Verlagen veröffentlicht, die Übersetzungen mit Landesmitteln oder aus Stiftungen bezuschußt, für die man sich auf den ersten Seiten artig bedankt.

Mahmud Darwisch hat den Palästinensern eine Stimme gegeben, wie es keine politische oder militärische Führungsfigur jemals vermochte. »Er ist der Spiegel des palästinensischen Lebens«, sagt Ali Qleibo, palästinensischer Anthropologe an der Al-Quds-Universität in Jerusalem. »Er ist das Wesen unseres palästinensischen Seins«, meint die palästin...

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