23.07.2008 / Antifa / Seite 15

Schule wird umbenannt

Charlottenburger Gymnasium hält nichts vom Mythos 20. Juli und trennt sich vom Namensgeber Erich Hoepner

Frank Brendle
Ein deutscher Held fällt: Zeitnah zum 20. Juli gibt sich das Erich-Hoepner-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg einen neuen Namen. Der Wehrmachtsgeneral Hoepner war 1944 am gescheiterten Staatsstreich gegen Hitler beteiligt und wurde am 8. August 1944 hingerichtet. Während die Bundeswehr auch in diesem Jahr wieder den 20. Juli mit einem pompösen Gelöbnis am Reichstag beging und knapp 2000 Polizisten 200 Kriegsgegner, die nicht zuletzt auf den heuchlerischen Bezug zu den Attentätern hinwiesen, kamen Schulleitung, Elternvertretung und Schüler nach jahrelangen Diskussionen zu der Erkenntnis: Wer gegen Hitler war, muß noch lange kein Vorbild sein. Hoepner als Namensgeber für die Schule wird am 1. August durch den jüdischen Kunstmäzen Heinz Berggruen ersetzt.

Maßgeblich dazu beigetragen hat der Chemnitzer Wissenschaftler Geralf Gemser, dessen Doktorarbeit in Charlottenburg starke Beachtung fand. Zu Recht: Gemser tritt der einzigen bisher erschienen Ho...

Artikel-Länge: 4624 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe